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Archive for Oktober 2010

Am Samstag findet in Dresden die Hope Gala 2010 statt. Aus diesem Anlass hat Hope Capetown einen neuen Imagefilm produziert.

Quelle: Hope Capetown/Promovar
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Von Matthias Matussek

Der Preis, das erfahren wir aus dem Wörterbuch des genialen Sprachforschers und Sprachgroßmeisters Jacob Grimm, ist entlehnt aus dem altfranzösischen Pris, verwandt mit englisch Price, und geht einher mit „preisen“. Und das zielt, nach Grimm, durchaus auf den inneren Wert und Vorzug des Gepriesenen.
(…)

Die Texte lagen in der Luft, sagte mir Udo Lindenberg auf die Frage, wieso deutsch, wieso damals, und überhaupt, das ist doch völlig ungewöhnlich gewesen in den frühen siebziger Jahren, als er dem Welt-Rockgeschäft die deutsche Sprache als respektablen Mitspieler zuführte.

Udo sagte, die Wörter lagen doch in der Luft, er mußte sie nur noch inhalieren, in den Kneipen, wo er mit seinem Hofstaat herumsaß, denn er war schon früh eine Art King auf der Reeperbahn, mit all den poetischen Nachtfiguren, dieser Prozession aus Gnomen und Riesen und übergewichtigen Feen, dieser ganze Udo Lindenberg Fellini-Kosmos.

(…)

Über die Rentnerband bei Onkel Pö, über Paula aus St.Pauli, die sich immer auszieht, oder über den Jungen, der wehmütig der Cellospielerin hinterherfährt, oder den Ausreißer, der nach London will, aber vorher abgefangen wird, lauter Lebensversuche, Lebensmöglichkeiten, eine bunter und schmerzvoller und lustvoller als die andere, und Udo wäre nicht er selber, wenn er seinem ersten Hit „Hoch im Norden“ nicht einen Song hinterherschickt der „Tief im Süden“ heißt, denn die Verballhornungslust macht vor dem eigenen Werk längst nicht halt, da erst recht nicht.

Reden wir also über Texte, denn schließlich ist hier ein Sprachpreis zu überreichen. Es ist Preiselbeerenzeit, sagt Udo Lindenberg, nun wird die Ernte eingefahren, und heute gilt es die Mühen zu honorieren, die der Rockdichter aufopferungsvoll im Steinbruch der deutschen Sprache verrichtet hat. Über vier Jahrzehnte hinweg. Mit Spitzhacke und Gitarre. Aber öfter noch mit Dynamit. Geht schneller. (…)

Zunächst aber Jugend und Aufbruch. Wahrscheinlich ist Udo Lindenberg der beste deutsche Rockdichter der Pubertät, dieser melancholischen merkwürdigen Zwischenzeit, in der es immer aufs Ganze geht und Kummer so grenzenlos sein ist wie die Nordsee bei Nebel und das Glück, wenn es gelingt, den ganzen Himnmel aufreißt… so gut kann sich der Sänger Lindenberg in jugendliche Sehnsüchte einfühlen, daß man auch heute noch den Verdacht haben kann, er trägt sie immer noch in sich. Goethe sagte einst, schon hochbetagt, zu Eckermann, daß ein Dichter in einer ständigen Pubertät lebt, und in diesem Sinne ist Lindenberg lange pubertär.

Da ist der Song „Er wollte nach London“, der mit den Worten beginnt:

„Mit dreizehn ist er zum ersten Mal
Von zu Hause weggerannt“

Und dann geht es weiter

„Er rauchte viele Zigaretten
und dann wurd’ es wieder heller
und morgens um sieben hatten sie ihn
sein Alter war leider schneller“

Doch er gibt nicht auf, der Junge, und das mit den Zigaretten kannte ich auch, und jenen Moment an der Autobahn, wenn es heller wird, der Junge versucht es immer wieder mit den Ausbrüchen in diesem Song, mit 15 und mit 17, er schafft es nach Paris und nach London, immer auf der Suche, bis er eine einfache Weisheit entdeckt, und wir wissen, daß große Weisheit immer einfach ist:

„Vielleicht kommt es doch mehr auf einen selber an“.

(…)

Womit wir der lyrischen Königsdisziplin wären, bei den Gesängen und Gedichten über die Liebe. Wie die meisten Rockstars und Troubadoure auf Tour weiß Udo, daß sich Dauerhaftigkeit verbietet, daß Liebe nur dann möglich ist, wenn sie sich nicht über ihre Endlichkeit hinwegtäuscht und womöglich einmündet in eine bürgerliche Beständigkeit.

(…)

Und nun die Politik, ein ganz wichtiges weiteres Inspirations-Feld für unsere Sänger. Barrikaden, Kampflyrik, hochgerollte Flanellhemden, stolze Proletenbrust. Der sozial engagierte Dichter, der Mann mit dem Anliegen, der Agitator und Barikadenkämpfer für eine bessere Welt, der nicht die eigene Freiheit, sondern die Befreiung der Menschheit im Blick hat, diese ebenfalls traditionsreiche Sängerfigur betritt in den achtziger Jahren die Bühne, das heißt, er schlurft eher schräg von der Seite dahin, denn Udo Lindenberg steckt auch diese Kämpferfigur erst einmal in ein Kostüm, in einen Anzug, in ein anderes Klischee, nach Phil Marlowe aussieht, er arbeitet nun mal mit „ready mades“, um es in der Sprache der Popkultur auszudrücken.

(…)

Doch bleiben wir beim Thema „Liebe“, also noch einmal vorwärts und zurück in die achtziger Jahre, die eine der schönsten Lindenberg-Balladen gesehen haben, und die handelt von Freundschaft und vom Trotz gegen die Welt und von der Liebe, und sie beschwört ganz große die Elemente, die Natur, die Himmelskräfte, um diese Liebe zu rahmen – und ihren tragischen Verlust

„Du und ich das war
einfach unschlagbar
ein Paar wie Blitz und Donner
und immer nur auf brennend heißer Spur“

Und dann der Refrain, der dieser Freundschaft über ihr Ende hinaus Dauer herbeizaubern möchte

„Hinterm Horizont geht’s weiter
ein neuer Tag
Hinterm Horizont immer weiter
Zusammen sind wir stark
das mit uns ging so tief rein
das kann nie zu Ende sein
denn zwei wie wir
die können sich nie verlier’n
Hinterm Horizont geht’s weiter“

(…)

„Horizont“ ist gleichzeitig ein großes Liebesgedicht und ein großer Totengesang, denn es ist geschrieben zum Andenken an Gabi Blitz, Udo Lindenbergs langjährige Gefährtin, die an einer Überdosis starb.

In dieser Ballade, die so anstrengungslos und doch so konzentriert wirkt, kommt die Stärke des Slangpoeten Lindenberg zur Geltung. Er schafft es tatsächlich, mit umgangssprachlichen Schwingen eine ganze zerklüftetete Landschaft an Gefühlen und Beobachtungen zu durchstreifen, in einem wunderbaren leichten Vogelflug. Er hat dabei einen großen Vorgänger, nämlich Heinrich Heine, der liedhaft und umgangssprachlich und witzig und leidenschaftlich gegen den klassischen Marmor angedichtet hat, den das Weimarer Dioskurenpaar Goethe/Schiller in ehrfurchtgebietenden Brocken in der lyrischen Landschaft hinterlassen hatte.

(…)

Das Geheimnnis dieser Texte, dieses Geasamtkunstwerks Udo Lindenberg ist wohl am besten zusammengefasst in dem Song „Mein Ding“.

(…)

Und ich mach´ mein Ding
egal, was die ander´n sagen
Ich geh´ meinen Weg
ob grade, ob schräg
das ist egal
Ich mach´ mein Ding
egal, was die ander´n labern
Was die Schwachmaten einem so raten
das ist egal
Ich mach´ mein Ding

Udo, die deutsche Sprache ist genau darüber, daß Du dein Ding abgezogen hast, lockerer geworden, und sie hat mir anvertraut, vorhin, leise, daß es die Honoratioren und Schulmeister und Linienrichter des Dudens nicht hören konnten, ich soll dir sagen, sie dankt es Dir.

Herzlichen Glückwunsch zum „Jacob Grimm Preis Deutsche Sprache“, Du hast ihn Dir verdient !

Die ganze Laudatio finden Sie hier.

Quelle: Laudatio von Matthias Mattusek, anlässlich der Verleihung des Jacob Grimm Preise für deutsche Sprache an Udo Lindenberg am 23. Oktober 2010 in Kassel. Fotos: (ak)
[via]

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Am Wochenende bekommt Udo Lindenberg für seine Verdienste um die deutsche Sprache den Jacob Grimm Preis.  Laudator bei der Verleihung in Kassel wird Matthias Matussek sein. Für den Preis gibt es € 30.000,00, die Lindenberg an seine Stiftung weitergereicht hat.

Und die Carl-Zuckmaier-Medaille hab ich ja auch bereits. Die mögen halt alle meinen spielerischen Umgang mit der deutschen Sprache, wie er jahrzehntelang nicht so üblich war. Worte formen wie Kaugummi, Knetgummi – wie mit dem Jonglierball damit umgehen. Alles geht, keine Limits. Ich sah da nie Begrenzungen – und wusste, mit Sprache kann man alles machen. Unsere deutsche Sprache klingt sehr schön, na ja, vor allem, wenn ich sie singe. Dieses „Das kann man nicht sagen“ akzeptierte ich nicht, man kann nämlich alles sagen. Bin jetzt auch in vielen Schulbüchern drin. Eben auch, weil man andere mit Sprachexperimenten ermutigt, das auch zu tun. Jedes Abenteuer öffnet eine Tür. Und dass so ein Preisgremium das anerkennt, ist doch toll.“ mehr

Udo Lindenberg

Quelle: Spiegel Online. Gespräch mit Christoph Dallach, 21. Oktober 2010.

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Zur Zeit läuft in Leipzig das 53. Festival für Dokumentar- und Animationsfilm. Direktor Claas Danielsen gab aus diesem Anlaß der taz ein Interview. Über die bei öffentlich-rechtlichen Sendern begrenzte Sendezeit für dieses Filmgenre sagte er:

 

Bis jetzt ist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer der wichtigste Partner für Dokumentarfilmer gewesen. Die Beteiligungen sind aber rückläufig. Die haben zwar einen großen Programmbedarf und gründen immer mehr kleine, digitale Sender, das hat aber dazu geführt, dass sie für das Gleiche mehr Rechte haben wollen. Und durch ihre monopolistische Stellung sitzen die Sender oft am längeren Hebel. Da muss man gegensteuern, auch im Interesse der Sender. Die haben ja nichts davon, wenn die Filmemacher und Produzenten pleitegehen.“  mehr

Quelle: taz.de

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Die Erich Lindenberg Kunststiftung hat jetzt ein umfassendes Buch über das Lebenswerk des 2006 verstorbenen Malers Erich Lindenberg veröffentlicht. Auf 120 Seiten gibt es einen umfassenden Einblick in sein Schaffen. Daneben findet man eine Ausstellungsübersicht, sowie biografische und bibliografische Angaben.

Verschickt wurde das Buch an internationale Galerien und Museen. Gestaltet hat es die Agentur „Backhaus Marketingberatung.

Quelle: Erich Lindenberg Kunststiftung. Foto: Backhaus Marketingberatung.

Hier können Sie den Katalog durchblättern.

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Von Sonja Schwabe

Er geht eigene Wege und lässt sich nicht so einfach verbiegen. Er hat eine Stiftung gegründet, um anderen Menschen zu helfen – CAVEMUS hilft doppelt: Der Nutzer hilft sich im Notfall selbst durch seine Teilnahme an CAVEMUS und mit dem größten Teil aus dem Verkaufserlös wiederum der Afrika-Hilfe von Udo,“

so Christopher Goelz, Erfinder des patentierten Notfallinformationssystems CAVEMUS.

 

Der schwäbische Unternehmer hat es gemeinsam mit Boris Bader und Wolfram Voss ins Leben gerufen, um für sich selbst ein Notfall-System zu schaffen und zugleich anderen Menschen zu helfen. Die Panikpreisverleihung am 24. Juli 2010 in der Paul Horn-Arena in Tübingen war der offizielle Start der vielversprechenden Kooperation zwischen Udo Lindenberg und einem jungen Team kreativer Köpfe aus Baden-Württemberg.

Das Produkt hört auf den Namen CAVEMUS® . Er kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „sich darum kümmern“ oder „Hilfe bieten“. Die Idee: Weltweite Sicherheit und Identifikation im Notfall durch eine Internetdatenbank in Verbindung mit einer „unkaputtbaren“ Karte. Sie ist aus hochwertigem, federharten Edelstahl mit nur 0,2 mm. Im Rahmen der neuen Kooperation wird jede CAVEMUS-Card mit einem original Udo-Lindenberg-Portrait versehen, per Laser signiert und einzeln nummeriert.

Der Großteil des Verkaufserlöses geht an die Udo-Lindenberg-Stiftung, die damit humanitäre Projekte in Afrika unterstützt und musikalischen Nachwuchs fördert.

 

Jeder, der sich hier registriert, bekommt eine solche Identifikationskarte mit den wichtigsten persönlichen Daten. Bei einem schweren Unfall kann z. B. der Verletzte aufgrund der hinterlegten Angaben sofort eindeutig identifiziert und die richtige medizinische Hilfe ohne Risiken vorgenommen werden. Bei allem bleibt der Datenschutz stets gewährleistet.

 

CAVEMUS  Website

[Foto: Tine Acke. Die Cavemus-Erfinder Christoph Goelz, Boris Bader und Wolfram Voss mit Udo Lindenberg und Arno Köster beim Panikpreisfinale 2010 in Tübingen.]

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Eine Spende von € 20.000,00 gab es für die Udo Lindenberg Stiftung am Freitag auf der Gala des „Cash.Magazin„. Die Gelder kamen von Investmentbankern, Finanzdienstleistern und Fondmanagern aus ganz Deutschland. Sie vergeben alljährlich auf der Gala ihre „Financial Advisors Awards“.

Arno Köster nahm den Scheck entgegen und bedankte sich mit dem Versprechen, die Spende an Hope Capetown weiterzuleiten. Das AIDS-Projekt von Pfarrer Stefan Hippler wird in diesem Jahr von der Udo Lindenberg Stiftung unterstüzt.

Als Dankeschön von Udo Lindenberg persönlich gab es zum Abschluß der Cash.Gala ein Ständchen. Als Hauptpreis für die Tombola stiftet der Kultrocker eines seiner Bilder („Die Klavierlehrerin“); so kamen noch mal € 5.000,00 zusammen.

Damit kann sich die Udo Lindenberg Stiftung über insgesamt € 25.000,00 freuen.

Mehr Hintergründe zur Cash.Gala hier.

Fotos und mehr.
Text: ak. Foto: ms, Arno Köster erläutert die Ziele der Udo Lindenberg Stiftung im Gespräch mit Julia Josten.

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