Zusammenfassung des diesjährigen Kongress Zukunft Pop

b780x450Wenn die Ressourcen knapper werden, rücken Verteilungsfragen in den Vordergrund. Beim diesjährigen Kongress Zukunft Pop der Popakademie Baden-Württemberg ging es daher vorrangig um kulturelle Bildung und um Fragen der Förderung von Popmusik.

Eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde widmete sich unter dem Motto „Lebensmittel Popmusik“ dem Thema „Neue Verteilung in neuen Zeiten“. Moderiert vom Popakademie-Leiter Prof. Udo Dahmen, rückten die Panelisten den Stellenwert der Popmusik im Geflecht der deutschen Kulturlandschaft in den Fokus. Der Stellenwert ist gewachsen, darüber herrschte Einigkeit, aber bei weitem noch nicht hoch genug im Vergleich mit anderen kulturellen Bereichen wie Film oder Ballett. Und während Popmusik früher noch wirtschaftlich weitgehend autark und rentabel funktionierte, habe sie sich inzwischen aufgrund struktureller Marktprobleme schon sehr der sogenannten Hochkultur angenähert, die ohne vielfältige Förderung kaum umfassend funktionieren könnte.

Christian Höppner befasst sich als Generalsekretär des Deutschen Musikrats tagtäglich mit dem Verhältnis der deutschen Politik zur Kultur. Er erweiterte das Thema der Podiumsdiskussion und betonte: „Ohne Kultur geht gar nichts mehr. Wenn wir vom Lebensmittel Popmusik reden, dann reden wir vom Lebensmittel Kultur.“ Die baden-württembergische Landtagsabgeordnete Helen Heberer hielt als Vorsitzende des Ausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kunst im Landtag von Baden-Württemberg, als Dozentin für Sprecherziehung und Theaterpädagogik sowie als Vorsitzende der Kunststiftung Baden-Württemberg fest: „Kultur ist der soziale Faktor, der die Menschen zusammenhält.“ Popmusik und Popakademie seien auf jeden Fall förderungswürdig. Aber es sei auch für Kulturpolitiker schwer, sich im Parlament gegenüber Bereichen wie Wirtschaft oder Sport zu behaupten. So betrage der Kulturanteil im Haushalt des Landes Baden-Württemberg rund 400 Millionen Euro, das sei gerade mal ein Prozent.

Ina Keßler, Geschäftsführerin der Initiative Musik, zitierte in diesem Kontext Bernd Schweinar, den Geschäftsführer von Rock.Büro SÜD/Verband für Popkultur in Bayern e.V. (VPBy): „Rock und Pop sind bei der Förderung immer der Null-Komma-Bereich.“ Das sei anders beim Film, wo es 60 Millionen Euro Förderung auf Bundesebene und dazu in jedem Bundesland zusätzliche Fördereinrichtungen gebe. „Wir haben nicht genug Geld“, sagte Ina Keßler. „Viele Büros hangeln sich von Projekt zu Projekt.“ Das bestätigte Markus Graf, Geschäftsführer der LandesArbeitsGemeinschaft Rock & Pop Rheinland-Pfalz: „Man braucht eine sehr dicke Bohrmaschine für sehr dicke Bretter, um in Rheinland-Pfalz Fördergelder zu bekommen. Wir haben aktuell einen Verteilungskampf.“ Graf appellierte an die Politik, die Rahmenbedingungen zu verbessern. mehr

Quelle: Mediabiz.de. Foto: (C) MusikWoche (Udo Dahmen und Ina Keßler)
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