Wasser für Bombolulu – Interview mit Rolf Stahlhofen

CIMG4662Ständig gibt’s überall Benefizkonzerte. Warum jetzt schon wieder?

Rolf  Stahlhofen: Am 22. März ist Weltwassertag, der überall auf der Welt ein Thema ist, außer in Deutschland – da kommt ja das Trinkwasser aus der Leitung. Damit geht es uns besser als 70 Prozent der Menschen. Mit dem Konzert unterstützen wir ein Projekt, mit dem die Udo Lindenberg Stiftung und „Water is Right“ 1400 Kindern und Lehrern sauberes sicheres Trinkwasser kostenlos zur Verfügung stellt.

2002 ging es bei „Menschen am Fluss“ um Flutopfer in Deutschland. Da war die Betroffenheit in Deutschland doch viel höher…

Stahlhofen: Da hat Wasser eines seiner vielen Gesichter gezeigt. Durch die Flut wurden viele Menschen Hab und Gut los. Vielen ist nicht bewusst, dass mehr als eine Milliarde Menschen keinen gesicherten Zugang zu sauberem Wasser haben. Das Konzert soll auch dazu beitragen, die Erkenntnis zu transportieren, dass der Zugang zu Wasser gesichert sein muss, es muss bezahlbar bleiben.

Was ist aus dem Erlös geworden?

Stahlhofen: Mit dem Erlös 2002 wurden Jugendclubs und Vereine aufgebaut und saniert. Die Mitglieder des Vereins fuhren damals auf eigene Kosten in die Krisengebiete und suchten Projekte aus, um sicherzugehen, dass die Hilfe ankommt.

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Glauben Sie, dass das jetzt wieder so erfolgreich wird?

Stahlhofen: Ich denke, das Thema braucht Zeit, um in den Köpfen anzukommen. Deswegen ist es erst mal wichtig, das die Menschen ins Capitol kommen, um Musik aus einem guten Grund zu hören. Erst zusammen tanzen, sich dann informieren.

Wo kommt das Geld diesmal hin?

Stahlhofen: Die Udo Lindenberg Stiftung trat an mich heran, und bat mich, eine von ihnen finanzierte Schule und deren Partnerschulen mit einer Trinkwasseranlage zu unterstützen.

Wie funktionieren diese Geräte?

Stahlhofen: Die Technologie kommt aus Deutschland und wird vor Ort von unseren Projektleitern angepasst. Es ist eine Aufbereitungsanlage in der Größe einer Europalette, die aus verschmutztem Wasser für 2500 Menschen täglich sauberstes Trinkwasser produziert – in einer Qualität, die der deutschen Trinkwasserverordnung entspricht.

Tut es so ein Gerät alleine – oder baut Ihr noch Hilfe drumherum?

Stahlhofen: Die Anlage wird in Kenia so umgebaut, dass sie autark ist, also ohne externe Energieversorgung mit Solarbatterie funktioniert. Es werden Leute vor Ort von der deutschen Technologiefirma geschult, die Maschine ist störungsfrei und einfach zu bedienen. Damit wird vor Ort auch ein Arbeitsplatz geschaffen.

Und wie stellt Ihr sicher, dass das Geld nicht in andere Kanäle fließt?

Stahlhofen: Ich war im Januar selbst mit Arno Köster von der Udo Lindenberg Stiftung vor Ort. Lindenbergs Schwester und seine langjährige Partnerin, die seit über 30 Jahren vor Ort ist, hat uns ihre Partner vorgestellt. Außerdem arbeitet meine Stiftung „Water is Right“ intensiv mit der UN Habitat zusammen, die ihre Zentrale in Kenia hat, und eine der Schulen wird von der UN Habitat unterstützt. Es sind regelmäßig Leute vor Ort, um sicherzustellen, dass die Hilfe nachhaltig ist. mehr

Quelle: Mannheimer Morgen vom 13. März 2013. Fotos (ak)

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Website Water is Right

Udo Lindenberg Stiftung

Weitere Infos zum Konzert am 21. März 2013 in Mannheim

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