Chance für Leipzig

Ulrich Wolter findet, dass 25.000 Zuschauer für ein Heimspiel um 17.30 Uhr gegen die Sportfreunde Lotte eine ganze Menge sind. Aber noch beachtlicher sei doch, dass zum Rückspiel am Sonntag auch schon das Kontingent von 2500 Karten längst vergriffen ist.

Die gerne verbreitete These des Geschäftsführers von RB Leipzig geht schließlich so: „Diese große und fußballbegeisterte Stadt wartet auf höherklassigen Fußball.“ Tatsächlich sind die Aufstiegsspiele zwischen dem Meister der Regionalliga Nordost und West eine wegweisende Angelegenheit – mehr für Leipzig als für Lotte. Der generös alimentierte Ableger aus dem Red-Bull-Imperium drängt im dritten Anlauf in die Dritte Liga, und bereits zweimal – als noch der Direktaufstieg möglich war – mussten die Berufsfußballer unter dem Rasenball-Deckmantel erdulden, wie der Chemnitzer FC (2011) und Hallescher FC (2012) dem Retortenklub eine lange Nase drehten.

logoDie Zeit haben die in dieser Saison noch ungeschlagenen Leipziger immerhin genutzt, um sich immer besser in einer Stadt zu verankern, die irgendwann die Negativschlagzeilen von Sachsen und Lokomotive leid war. Wolter glaubt, „dass die meisten Leute keine Lust auf die Scharmützel der Vergangenheit mehr haben, die sich zwischen diesen Leipziger Traditionsvereinen lange sehr extrem abgespielt haben.“ Der frühere Gesamtkoordinator der Frauen-WM 2011 spürt ein Publikumsverlangen  „auf guten Fußball in einem herrlichen Stadion in sicherer Atmosphäre“.

In Sichtweite der WM-Arena erfolgt im Herbst der Spatenstich für ein hochmodernes Trainings- und Nachwuchszentrum inklusive Internat. Kostenpunkt: rund 35 Millionen Euro.  Nicht nur Viertliga-Profis verdienen hier gut, sondern auch Talente sollen beste Bedingungen vorfinden, mit denen die vom VfB Stuttgart geholten Nachwuchskoordinatoren Frieder Schrof und Thomas Albeck Überzeugungsarbeit leisten können. Vorwürfe, RB Leipzig würde systematisch die Jugendlichen weglocken, empfindet Wolter „ein Stück weit als Doppelmoral“. Der 39-Jährige: „Ich kann keinen Unterschied sehen, wenn sie von Leverkusen, Dortmund oder Bremen abgeworben werden. Dann ist es doch besser, diese Spieler hier zu entwickeln.“ mehr

Quelle: Frankfurter Rundschau vom 28. Mai 2013
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